Bärbel Bas gibt ihre beiden Ämter auf. Den SPD-Co-Vorsitz legt sie nach eigenen Worten „mit dem heutigen Tag“ nieder, Bundeskanzler Friedrich Merz hat sie gebeten, sie als Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen. Ihr Bundestagsmandat für den Wahlkreis Duisburg behält sie.
In ihrem Brief an Partei und Fraktion nennt Bas zwei Gründe. Nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, um zu trauern. Und die öffentlichen Angriffe auf sie, „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“, seien in dieser Zeit weiter forciert worden. Ihr fehle derzeit die Kraft, Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben.
Nachfolger im Arbeitsministerium wird nach SPIEGEL-Informationen aus Parteikreisen Alexander Schweitzer, der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Offiziell bestätigt ist das noch nicht.
Ihren Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil hat Bas nach eigenen Angaben informiert. Sie dankt ihm und Matthias Miersch ausdrücklich und verweist auf den Konvent und den Grundsatzprogrammprozess der SPD.
Bundeskanzler Merz würdigte Bas am Vormittag auf X. Sie hätten „vertrauensvoll zusammengearbeitet“, ihre Entscheidung verdiene Respekt, als Vater und Großvater könne er nur erahnen, wie schwer dieser Verlust wiege. Auf ihren Vorwurf, die Angriffe seien auch aus den Reihen des Koalitionspartners gekommen, ging er nicht ein.
Offen ist, wer an Bas’ Stelle in die Doppelspitze rückt und wann Schweitzer vereidigt wird.