Am 24. Oktober stand Audi-Chef Gernot Döllner neben Donald Trump auf einer Wahlkampfbühne in Georgia und verkündete ein Vier-Milliarden-Dollar-Werk in den USA. 4.500 neue Jobs, große SUVs für Amerika. Trump präsentierte das Projekt zehn Tage vor den Midterms als Erfolg seiner Zollpolitik. Döllner bedankte sich für die Unterstützung.

Yippiehhhhh.

Und daheim? 🫩

Bis 2029 baut Audi in Deutschland bis zu 7.500 Stellen ab. Jetzt will der Konzern sogar den Zukunftspakt mit der Beschäftigungsgarantie neu verhandeln, besonders in Neckarsulm geht die Angst um. Gestrichen werden Weihnachtskonzerte, Firmenläufe und die Förderung einer Jugendchorakademie.

Für Ingolstadt und Neckarsulm der Rotstift. Für Trump die große Bühne.

Da frage ich mich schon, ob die deutschen Autobauer Europa gerade den Stinkefinger zeigen. Daheim Transformation, Sparprogramme und Stellenabbau. Und im „Drill, baby, drill“-Land Milliardeninvestitionen in riesige SUVs.

Natürlich gibt es wirtschaftliche Gründe für ein US-Werk. Audi will näher an seine amerikanischen Kunden und unabhängiger von Handelsrisiken werden. Trumps Zölle erhöhen den Druck, vor Ort zu produzieren.

Genau so soll seine Zollpolitik funktionieren. Und jetzt darf Trump den Erfolg auch noch mitten im Wahlkampf vorführen.

4.500 neue Arbeitsplätze in Georgia. Bis zu 7.500 weniger in Deutschland.

Man kann ein Werk in Amerika bauen, ohne dafür auf Trumps Wahlkampfbühne zu steigen.