Dmitri Medwedew droht uns heute mal ausnahmsweise nicht mit Atombomben, dafür den USA mit dem Abschuss von Starlink-Satelliten.
Sie könnten „wie der Schmuck eines vertrockneten Weihnachtsbaums“ herunterfallen, falls Washington Russlands neues Satellitennetz Rasswet blockiere.
Das ist größtenteils das übliche Medwedew-Gedröhne. Starlink besteht inzwischen aus mehr als 10.000 Satelliten. Ein paar davon abzuschießen würde das Netz nicht einfach vom Himmel holen.
Ganz leer ist die Drohung trotzdem nicht. Russland hat 2021 einen eigenen alten Satelliten mit einer Anti-Satelliten-Rakete zerstört. Folge: mindestens 1.500 größere Trümmerteile und eine Wolke, vor der zeitweise sogar die ISS-Besatzung Schutz suchen musste.
Der hübscheste Teil an Medwedews Drohung ist allerdings, dass er ihr Problem gleich mitliefert: Der Weltraum sei „sehr eng“, sagt er.
Stimmt.
Wer dort Satelliten zerschießt, produziert Schrott für alle, die dort oben fliegen – auch für die eigenen.
Rasswet, übersetzt „Morgenröte“, soll Russlands Antwort auf Starlink werden. Medwedew fürchtet offenbar, dass sie blockiert wird, bevor sie richtig aufgegangen ist.